Montag, 17. August 2009

18.07 – 08.08 Kerikeri: Little Tonganese Woman & Little John

Nach einigen Tagen der Abwesenheit meldet sich Einer der kleinen Nomaden mal wieder. Heute heißt es: Aufbrechen! Nach Tagen der Arbeit und neuer Freundschaften verlassen wir den Ort, der uns als erstes Domizil beim einleben in Neuseeland unterstützt hat.

Kerikeri

Ein zwar nicht wirklich verschlafenes Städtchen, aber dafür ein wahrscheinlich typisch neuseeländisches. Geprägt von Flachbauten, also kaum mehretagigen Gebäuden, manifestiert sich in Kerikeri für mich eigentlich erstmals ein anderer europaferner Lebensstil. Anders als in Deutschland kann ich hier, wie schon in Südafrika feststellen, dass hier Platz ist. Viel Platz – wahrscheinlich auch psychologisch als Platz für die Gedanken? Ich weiß es nicht, aber es kommt mir so vor. Es ist einfach traumhaft einfach einmal die Chance zu haben “nichts” zu tun, sich selbst für sein Schicksal verantwortlich zu fühlen und an finanziellen Ressourcen eigenhändig und eigenverantwortlich zu zehren.


Natürlich verschönert ebenfalls ein netter Skatepark die kleinstädterische Idylle Kerikeris. Zwar ist er IMG034ausschließlich für Goofyfahrer (Fußstellung beim Skateboardfahren, die ich nicht beherrsche) angelegt, aber dennoch reicht es um ein bisschen rumzurollen. Kerikeri, um es den Sightseeingfreaks ein wenig spannender zu machen, zieht sich sehr weit hin,fast bis zum Meer. Unweit von hier wurde auch das Waitaki-Protokoll unterschrieben, die Geburtsurkunde des Staates Neuseeland. Ein Dokument gegen das die Maori’s immer noch protestieren, da es der Anfang der legalen Maoriverdrängung war.


Wie dem auch sei, wir wohnen auf einem Campingplatz/Hostel der Marke “Top10”. Wir sind Samstag hier angekommen und hatten IMG023ruckzuck einen Job für Montag. Wir haben erst in einem 6er Dorm 79 mit eigener Dusche zu dritt für die ersten 4 Tage gewohnt, sind dann aber umgezogen, da die Kakerlakenpopulationen auch nach mehreren gründlichen Reinigungsaktionen unsererseits einfach stetig existent war. Unser neues Appartment Dorm 6, liegt direkt gegenüber der dem Gemeinschafts-Koch-und-Duschkomplex, welchen wir liebensvoll “German Kitchen” nennen.

Dieser Umzug bedeutet für uns aber eigentlich auch ein Abschied von unserer schönen Insidedusche und ein Wechsel zu der guten kalten Morgendusche. Dafür haben wir aber wieder ein echt geiles 6er Apartment für uns alleine und damit ne Menge Platz. Wir haben ein Tisch, ein Doppelbett (unsere Spielewiese;), Doppelstockbetten, Kuehlschrank, Wasserkocher, Veranda, Toaster, viele Schraenke.

The German Kitchen

Wie bereits eingeleitet, befindet sich fast vor unsere Haustür der IMG039gemeinschaftliche Küchen-und Badkomplex. Das Besondere dabei ist, dass 9 von 10 Menschen hier durchschnittlich Deutsche sind.:) “Überall nur Deutsche.” Man trifft echt die verschiedensten Typen, vom leicht verkifften Megatraveler bis zum bürgerlich verklemmten bourgeoise Hobbytraveler. Natürlich gibt es auch hier Möglichkeiten bei nem Bierchen und nen guten Gespräch den Abend zu verbringen. Partymäuse finden hier natürlich auch anschluss, allerdings nicht für Partymuffel wie uns :> Und natürlich bekommen die lieben Deutschen auch ein Platz auf meinen Blog: Annika, Judith, Jennifer, Lukas I, Lukas II, Frederik, Martin, Tim (aus Auckland), der Koch, und viele mehr. Naja, vielleicht liegt es in der Natur vieler Deutscher, das Ferne zu suchen und sich dort niederzulassen.

Orangewood

Das Packhouse. Arbeit! Nach dem der hosteleigene Van uns wie jeden morgen 7.30 zum Packhouse gebracht hat, heißt es: Lohnkarte schnappen, versuchen nicht zu frieren, alle anderen begrüßen und schließlich anfangen. Was wiederrum exakt bedeuted: Hygieneklamotten anziehen, Lollys dabei haben und Hände waschen. Und dann Kiwi checken, Kiwi rollen, Kiwi packen, und nochmal und nochmal und nochmal und nochmal. Das ganze entweder 12 h lang bis 20 Uhr oder bis 17 Uhr.IMG011

Natürlich genießt man es dann sich einfachmal über die Hygienevorschriften hinwegzusetzen und ein angebotenes Bonbon zu schnabulieren. Auch Aufgabenwechsel wie das Machen von Boxen ist eine willkommene Abwechslung. Natürlich bieten es sich dort auch sehr an den sozialen Kontakt zu dem anderen Personal zu knüpfen, was größtenteils weilblich ist. Jope, denn eigentlich ist es ein Frauenjob, das Kiwi rollen und sortieren. Glück gehabt Jungens! Nach Sessionende wurde natürlich das ganze im Pioneer – eine Karaokebar – gut begossen und allgemein eine sehr nette Atmosphäre erzeugt.

Am Ende kann ich allerdings sagen, dass ich mehr gelacht habe, als dass ich Kiwis sortiert habe, was daran liegt das meine Partnerarbeiterin die little Michelle ist.

Little Michelle

Eine kleine verrückte feurige und liebensvolle Tonganerin, die hier zu meiner Packhouse-Ziehmutter “mutthiert”. Nicht nur dass ich mich mit ihr stundenlang über irgendwelche ausgedachten Phantasiegeschichten unterhalten kann, sie lud uns sogar desöfteren zum Essen ein. Und tat auch sonst alles, um uns irgendwie zu helfen. Sei es die Bereitstellung von Werkzeug, das Hinbringen und Abholen oder einfach die Hilfe beim Autohandel. Und natürlich, nicht zu vergessen, sie hat einen Vogel. Charlie – der gelbe Papagei, der immer in ihrer Nähe ist. Sie und ihr

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Ehemann Katel, haben zwar selbst keine Kinder, aber dafür kümmern sie sich öfters, um deutsche Backpacker, die mit im Orchard arbeiten. Ja diese kleine little Kiwidame fällt nicht nur durch Charlie auf ihrer Schulter auf, sondern auch durch die Unmengen an Flüche, die sie trotz ihrer guten Seele ständig ausstößt. Es stimmt einfach die Wellenlänge zwischen uns. Erinnert mich irgendwie an Rick und Oli nur eben anders und in Englisch :) Hier ein paar Zitate: “Get your fucking shits together man” “bloody shit” – meine Antworten: “It’s not my fault, angry lady” Sie hat uns sogar andere Namen gegeben – ich = little John, John = Big John, Flo = Horny John. Little Lovely Lady

Bloody Mary

Basierend auf dem vorzüglichen Einfluss Michelles, gaben wir unserem lieben 300 000 km, 1987er Toyota Hiace den liebevollen Namen: “IMG_3432Bloody Mary” – ein Wortspiel, das ich hier nicht erläutern werde. Fragt mich persönlich, was es bedeutet hihi. Jedenfalls haben wir diesen Van von nem Ukrainer für schlappe 1,7k NZ Dollar ca. 850 Euro abgekauft. Natürlich leer, sodass wir unser Bett selber bauen und den übrigen Krempel eigenhändig besorgen mussten. Es war schon ein Bett drin, jedoch so unmöglich gebaut, dass wir es neu machen wollten. Dank John haben wir jetzt auch eines der geilsten und stabilsten Betten in Neuseeland hihi. Also im Ernst ich bin der festen Meinung, dass wir auf die Konstruktion einfach stolz sein können. =)

Auf jeden Fall sind wir nun endlich mobil – ein weiterer Schritt zur ersehnten “Unabhängigkeit”.

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